Zytologie

Zytologie, FISH & ISH

Wenig invasiv – hochpräzise.

Die Zytologie ist ein besonders schonendes Verfahren der pathologischen Diagnostik.

Sie ermöglicht die mikroskopische Beurteilung einzelner Zellen – häufig aus Flüssigkeiten oder minimalen Punktionsproben – ohne operative Gewebeentnahme. Gerade in der modernen Medizin, die möglichst minimalinvasive Eingriffe bevorzugt, ist die Zytologie daher von zentraler Bedeutung.

🧪 Wann wird Zytologie eingesetzt?

Zytologische Verfahren eignen sich für eine Vielzahl an Materialien und Fragestellungen, z. B. bei:

  • Flüssigkeiten wie Aszites, Pleuraergüssen, Urin oder Blut
  • Zystischen Läsionen, z. B. in der Schilddrüse
  • Minimalen Zellmengen, z. B. bei Feinnadelaspirationen

Hierbei werden Ausstrichpräparate erstellt, die anschließend mikroskopisch untersucht werden. Zusätzlich können zentrifugierte Zellpellets zu Zellblöcken verarbeitet und histologisch/immunhistologisch analysiert werden – eine optimale Kombination beider Methoden.

⚖️ Vorteile & Herausforderungen

Vorteil:

  • Sehr schonendes Verfahren mit schneller Ergebnisverfügbarkeit
  • Ideal bei eingeschränkter Gewebeverfügbarkeit
  • Keine oder nur minimale Belastung für den Patienten

Herausforderung:

  • Im Gegensatz zur Histologie fehlt oft die Gewebearchitektur
  • Einzelzellen können nur einmal gefärbt werden
  • Höchste Anforderungen an die Erfahrung der Patholog:innen

Doch in geübten Händen können zytologische Verfahren – insbesondere durch ergänzende Spezialmethoden – eine Spezifität von bis zu 99–100 % erreichen.

🔬 Molekularpathologie: FISH & ISH

Ungefärbte zytologische Ausstriche eignen sich hervorragend für molekularpathologische Analysen wie:

🧬 FISH – Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung

  • DNA-Sonden werden mit fluoreszierenden Farbstoffen markiert
  • Nachweis von Chromosomenveränderungen, Translokationen oder Amplifikationen
  • Auch mehrere Sonden gleichzeitig pro Zellkern möglich
  • Hohe Aussagekraft bei z. B. hämatologischen Erkrankungen, Brustkrebs oder Weichteiltumoren

🧬 ISH – In-situ-Hybridisierung

  • Nachweis von DNA oder RNA direkt im Zellverband
  • Wichtige Ergänzung z. B. bei HPV-Diagnostik oder Virusnachweisen

📷 Beispiel: Zytologie eines Leberzellkarzinoms (HCC)

Ein mikroskopisches Präparat (Giemsa-Färbung, 400-fach vergrößert) zeigt:

  • Unregelmäßige Zellkerne, teils entrundet und unterschiedlich groß
  • Vakuoläre Einschlüsse und grobe, teils multiple Nukleolen
  • Typisch: trabekuläre Zellformation, die an einem Endothelstreifen „hängt“ – Hinweis auf die atypische Gefäßversorgung beim HCC

🧬 Unser Angebot am Pathologischen Institut Celle

Wir bieten zytologische Untersuchungen inkl. FISH-Analysen und Zellblockpräparation mit höchster diagnostischer Sorgfalt.

Auch komplexe Fragestellungen können durch unsere Kombination aus Zytologie, Histologie, Immunhistochemie und Molekularpathologie zuverlässig beantwortet werden – für eine fundierte, schnelle und patientenschonende Diagnostik.