🧬 Was macht ein Pathologe?
Viele Menschen verbinden Pathologie vor allem mit Obduktionen. Doch tatsächlich leisten Pathologen heute vor allem eines: lebenswichtige Diagnostik für lebende Patienten.
Sie analysieren Gewebeproben, um die richtige Diagnose und damit die passende Therapie zu ermöglichen.
🔍 Gewebeuntersuchung – was wird untersucht?
Fachärzten für Pathologie untersuchen Gewebeproben und einzelne Zellen mit Fragen wie:
- Liegt ein Tumor vor?
- Handelt es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung?
- Gibt es entzündliche Prozesse oder Infektionen?
- Welche Art von Tumor liegt vor – und wie lässt er sich behandeln?
🧫 Histologie = „Lehre vom Gewebe“
Die Histologie beschäftigt sich mit der mikroskopischen Untersuchung von Gewebe.
Typische Beispiele:
- Schleimhautproben aus Magen, Darm oder Gebärmutter
- Tumorbiopsien
- Operationspräparate
Für eine exakte Analyse wird das Gewebe in einem mehrstufigen Verfahren aufbereitet:
- Fixierung in Formalin (zur Haltbarmachung)
- Entwässerung mit Alkohol
- Einbettung in Paraffinwachs
- Schneiden hauchdünner Gewebeschnitte
- Färbung mit Spezialfarbstoffen
Diese Technik liefert nach ca. 24 Stunden hochauflösende Einblicke in krankhafte Veränderungen wie:
- Krebserkrankungen
- Entzündungen
- Speicherkrankheiten wie Morbus Wilson oder Hämochromatose
- Infektionen (z. B. durch Pilze oder Helicobacter)
🔬 Zytologie = „Lehre von den Zellen“
Bei der Zytologie werden einzelne Zellen untersucht – z. B. aus:
- Körperflüssigkeiten (Pleuraerguss, Aszites)
- Zysten
- Abstrichen (z. B. gynäkologischer Pap-Test)
Diese Methode erlaubt eine besonders schonende und schnelle Diagnostik – oft bereits ohne Gewebsentnahme.
⏱️ Schnellschnitt während der Operation
In bestimmten Situationen – z. B. während einer Tumoroperation – muss der Pathologe besonders schnell Ergebnisse liefern.
Hier kommt der sogenannte Schnellschnitt zum Einsatz:
- Das Gewebe wird tiefgefroren und geschnitten
- Nach wenigen Minuten liegt ein erstes Ergebnis vor
So kann z. B. geklärt werden, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde oder die Ränder noch Tumorzellen enthalten.
🧪 Moderne Zusatzdiagnostik: Immunhistochemie
Mittels Immunhistochemie lassen sich spezielle Eiweiße auf der Zelloberfläche sichtbar machen – etwa:
- CD20 bei Lymphomen
- HER2 oder Hormonrezeptoren beim Brustkrebs
- c-KIT (CD117) bei bestimmten Weichteiltumoren
Diese Informationen helfen, die exakte Tumorart zu bestimmen – und gezielte Therapien zu ermöglichen (z. B. Antikörper- oder Hormontherapien).
📌 Fazit: Pathologie entscheidet über den nächsten Schritt
Der Pathologe ist ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin:
Die Diagnose aus dem Labor bildet oft die Grundlage für die weitere Behandlung – sei es Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder eine gezielte Antikörpertherapie.
🩺 Die Weichen für Ihre Therapie werden im Mikroskop gestellt.

